Deutsches GesundheitsForum
copyright: Peter Kalinowski, 1999

 

I. Die zentralen Anliegen des GesundheitsForums

a) Die Hauptanliegen: Prävention - Gesundheitsbildung - Gesundheitspflege

b) Gesundheitsbewußtsein: positiver und negativer Gesundheitsbegriff

c) Gesundheit: Gefährdungen und Alternativen

d) Die vier Säulen der Gesundheitsbildung:

1. Bewegung: Vom Bewegungsmangel zur Bewegungsfreude - von der instrumentell-mechanischen Bewegung zum selbsthaften Bewegen

2. Ernährung und Nahrung:Von der Fehlernährung zum gesunden Essen

3. UN-Abhängigkeit: Von der "Destruktiven Sucht" zum "Konstruktiven Genießen"

4. Umgang mit schwierigen Lebenssituationen: Vom "Negativen Streß" zur "Schützenden Kompetenz"

e) Allgemeine Gesundheitsbildung: Der Weg zu einem gesunden Leben

II. Die zentralen Aufgaben des GesundheitsForums

III. Kontaktadressen

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I. Die zentralen Anliegen des GesundheitsForums

(a) Die Hauptanliegen: Prävention - Gesundheitsbildung - Gesundheitspflege

Das GesundheitsForum ist nach Kräften bemüht, ein Netz der Gesundheitsbildung und -pflege für alle Bürgerinnen und Bürger auch nach der drastischen Einschränkung dieser Programme im Zuge der "Gesundheitsreform" aufrecht zu erhalten, Präventions-Programme unter dem Vorzeichen eines umfassenden Gesundheitsbegriffs einzurichten und ergänzend zu bewährten Konzepten innovative Forschungsansätze im Interesse der Verbesserung dieser Maßnahmen zu fördern.

Die Auseinandersetzung mit der Vielzahl von einzelnen Krankheitsbildern und der diesen zugeordneten Risikogruppen kann von einer einzelnen Organisation unmöglich geleistet werden und wird daher auch von einer großen Zahl von medizinischen Fachverbänden und anderen Einrichtungen kompetent und mit hohen Engagement wahrgenommen.
Allerdings könnte ein großer Teil dieser spezifischen medizinischen Therapie- und Präventionsmaßnahmen vermieden werden, wenn eine die verschiedenen Lebensbereiche übergreifende Gesundheitsbildung wirklich konsequent gefördert und betrieben würde, wie dies vom GesundheitsForum gefordert wird.
Als Nebeneffekt der Umsetzung dieser primär auf Verbesserung der Lebensqualität der Menschen gerichteten Forderung können Kosten im Gesundheitswesen reduziert werden, die langfristig bisherige Einsparungsmaßnahmen um ein Vielfaches übersteigen - Maßnahmen die heute zudem für viele mit einer Einschränkung des Lebensstandards oder mit dem Verlust an Lebensqualität verbundenen sind.
Ziel des Gesundheitsforums aber ist eine Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens der Menschen, die weder auf Kosten ihres Lebensstandards geht, noch das Gemeinwesen zusätzlich belastet - im Gegenteil.
Gesundheitsbildung und -pflege, wie es das Gesundheitsforum versteht, basiert auf verbindlichen wissenschaftlichen Standards und deckt sich auch mit dem medizinischen Anspruch einer allgemeinen Prävention in den großen "Präventionsfeldern", geht aber in ihrem ethisch-moralischen und psycho-sozialer Anspruch darüber hinaus.

 

b. Gesundheitsbewußtsein: positiver und negativer Gesundheitsbegriff

Gesundheit versteht das GesundheitsForum als einen dynamischen Prozeß, der tagtäglicher Fürsorge des Einzelnen, aber auch ständiger Anstrengung der Institutionen bedarf und sich keinesfalls bloß auf ein statisches Bewahren der Mitgift der Natur beschränken sollte. Gesundheit ist ein ständig aufs Neue zu erarbeitendes Gleichgewicht, ein Prozeß des Ausgleichs der unterschiedlichsten Ansprüche, die an unser leib-seelisches Wesen gestellt werden. Statt des Fest-Haltens an einem uns mitgegebenen Haben ist unser in einem andauernden Fluß befindliches Da-Sein als der Veränderung unterworfen und der Bewegung bedürftig anzunehmen.

"Gesundheit" tritt aber bedauerlicherweise meist erst dann ins Zentrum unseres Interesses, wenn sie bereits gefährdet, angegriffen oder geschädigt ist. Diese Einstellung bringt einen Begriff von Gesundheit hervor, der auf Nicht-Krankheit zielt, sich also an seiner eigenen Negation orientiert und die Bemühung ausdrückt, den stigmatisierten Gegensatz zu vermeiden (doppelte Negation = "negativer Gesundheitsbegriff"). Die Summe der Vermeidung von Krankheitsrisiken umreißt so unseren "ungreifbaren Begriff" von Gesundheit. Durch diesen werden wir Menschen unfrei, weil abhängig von einem Krankheitsvermeidungsapparat ("Gesundheitswesen"). Nicht, was uns zutiefst guttut, sondern was uns nicht schadet, wird zum Leitfaden eines "gesunden" Lebens. Insofern ist auch der geläufige Begriff der "Gesundheitsvorsorge" fehlleitend: er suggeriert uns, Gesundheit als etwas in der Zukunft unter bestimmten Bedingungen zu Erreichendes oder zu Erhaltendes zu begreifen. Wir schauen zwar voraus und sorgen vor, laufen aber der zu erstrebenden Gesundheit ständig hinterher. Gesundheitsvorsorge kann so als Krankheits-Vermeidungs-Taktik selbst zum Streßfaktor werden. Anstatt sich auf die erneuernde Kraft eines positiven Gesundheitsbegriffs, der alle betrifft, hinzuwenden, begrenzt man ihn negativ auf den als "Risikogruppe" bezeichneten Anteil, der medizinisch-therapeutisch allzumeist so behandelt wird, als ob das Risiko schon selbst das Leiden wäre.

Isolierte medizinische Maßnahmen können selbst bei optimalem Erfolg nur zum Zustand der Nicht-Krankheit führen. Gesundheit ist aber weit mehr, als nicht krank zu sein. Für seine Gesundheit zu sorgen, bedeutet, sich mit der eigenen Lebensweise kritisch auseinanderzusetzen, ein inneres Gleichgewicht und ein ausgeglichenes Verhältnis zu seiner Mit- und Umwelt zu suchen. Gesundheit ist der Inbegriff von Lebensqualität.
Eine alles beherrschende Konsumorientierung, die sich auf den Umgang mit der Umwelt, den Mitmenschen und Mitgeschöpfen und nicht zuletzt auf das eigene Selbstverhältnis überträgt, führt unweigerlich zu einem krankmachenden, weil sinnentleerten Dasein. Die Überwindung vor allem des instrumentellen Bezuges zum eigenen Körper in Bewegung, Ernährung und Psychohygiene ist eines der grundlegenden Anliegen des GesundheitsForums, von dem aus die umweltlich- gesellschaftliche Dimension eines umfassenden Gesundheitsbegriffs erschließt.

Die durch Werbung angepriesene und durch unser Konsumverhalten bestätigte "normale" und gesellschaftlich akzeptierte Lebensweise mit Fast-Food, Rauchen und Bewegungs-Vermeidungs-Verhalten muß als konsequenter Weg zur Krankheit angesehen werden. Diese weitreichende Problematik erkannt, legt das GesundheitsForum einen weiteren Schwerpunkt neben der Initiierung und Förderung neuer Forschungsansätze auf psychologische und pädagogische Maßnahmen der Aufklärung und Fortbildung, die in kritischer Auseinandersetzung mit philosophisch-anthropologischen Zusammenhängen stehen.

Die vom GesundheitsForum entwickelten Konzepte und Gesundheitsprogramme betonen die Aktivität der TeilnehmerInnen und zielen letztlich auf Hilfe zur Selbsthilfe. Lebensqualität, Freude und Mut wird vor allem durch Eröffnung echter Alternativen gestiftet. Die Überwindung eines tendenziell krankmachenden Lebensstils bedeutet so nicht bloß Verzicht oder gar Selbstkasteiung, sondern Sinngebung - das, worauf verzichtet werden sollte, wird so nicht mehr als Verzicht empfunden, sondern als Befreiung zu neuer Tatkraft und zu Gesundheit als ursprüngliche Lebensqualität.

 

(c) Gesundheit: Gefährdungen und Alternativen:

 

Bewegungsvermeidung &
Distanz zum eigenen Körper

versus

Freude an Körperbewegung
Über-/ Fehl-/ Mangel-Ernährung versus Gesundes Essen
Destruktive Sucht versus Konstruktives Genießen
Negativer Stress versus Schützende Kompetenz

 

Wichtig ist es zwar, die schwerwiegendsten Gefahrenquellen für unsere Gesund-heit zu erkennen und zu benennen, um dann aber wiederum positive - gesundheitsorientierte - nicht bloß krankheitsvermeidende Maßnahmen zu ergreifen. Darauf basieren die vier Säulen der allgemeinen Gesundheitsbildung.

 

(d) Die vier Säulen der allgemeinen Gesundheitsbildung

 

1. Bewegung: Vom Bewegungsmangel zur Bewegungsfreude -
von der instrumentell-mechanischen Bewegung zum selbsthaften Bewegen

(s.a. www.bewegungskunst.de)

Körperbewegung ist mehr als Ausdauertraining zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und mehr als Funktionsgymnastik zur Vermeidung von orthopädischen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Daher reichen auch die Erkenntnisse, auf denen unsere heutige Praxis der Krankengymnastik und Physiotherapie, Rückenschule und der aeroben Ausdauerschulung aufbauen, bei weitem nicht hin, will man das Phänomen Bewegung grundsätzlich und umfassend angehen. Die genannten Methoden sind zwar auch innerhalb des neuen Gesamtkonzepts von Bewegung unverzichtbare Bestandteile, wobei sie jedoch unter Berücksichtigung bereichsübergreifender Faktoren von Gesundheitsbildung in neuer Konstellation erst noch in dieses zu integrieren sind.

Bewegung ist eines der Wesensmomente und Grundbedürfnis unseres Daseins, das seinem evolutiven Entwicklungsstand entsprechend geistreich ausgestaltet werden sollte. Zu diesem Zwecke werden im GesundheitsForum innovative Bewegungskonzepte gefördert. Die im Rahmen seiner Forschung zur Körperbewegung des Menschen von Kalinowski entwickelte Grundlagenschulung Energie und Bewegung aus dem Ursprung soll als ihrem Anspruch nach universelle nicht-esoterische Propädeutik zur selbstbezogenen Körperbewegung als Ausgangspunkt weiterer Innovationen auf diesem wichtigen Feld dienen, durch die gängige Therapie- und Übungsformen wie z. B. Manualtherapie, Funktionsgymnastik und Herz-Kreislauf-Training neue Impulse erhalten sollen.

Bei der Änderung der Lebensführung hin zu einem gesunden Lebensstil hat Körperbewegung in Form von sportlicher Aktivität erwiesenermaßen eine zentrale Funktion, die als "Vehikeleffekt" bezeichnet wird. Die Koppelung verschiedenster Maßnahmen der Gesundheitsbildung und Prävention mit Bewegungsangeboten, die den ganzen Menschen ansprechen, ist daher unerläßlich. Innovative Angebote von Sport und Freizeitgestaltung sind verstärkt zu propagieren - möglichst in Kooperation mit Sportverbänden, Schulen, Universitäten, Firmen, Freizeiteinrichtungen etc., um neue Konzepte in schon bestehender Infrastruktur direkt umsetzen zu können.

 

2. Ernährung und Nahrung: Von der Fehlernährung zum gesunden Essen

Gerade bei der Ernährung wird die enge Verzahnung von menschlichem Leben und Umwelt besonders deutlich. Nahrungsaufnahme und Atmung sind Vorgänge der "Einverleibung" und als solche Ausdruck einer unmittelbaren Verbundenheit unseres Innenlebens mit der Außenwelt. Magen und Darm sind dabei gewissermaßen Umweltorgane und eben deshalb - wie auch die Haut - schädlichen Einflüssen besonders stark ausgesetzt. Unsere Gesundheit oder Krankheit ist nicht zuletzt deshalb Ergebnis der von uns erzeugten Lebens- und Produktionsweisen. Der Mensch ist eben schließlich doch, was er ißt.

Konstitutiv ist für das GesundheitsForum, Nahrung und Ernährung als in einem übergreifenden Kontext - sowohl global als auch interdisziplinär - eingebunden zu verstehen und unter einer ethischen und ökologischen Perspektive zu betrachten.

Überernährung in der nördlichen Hemisphäre - Hunger in der "Dritten Welt" bedeutet doppeltes Leid für die Menschheit: Während die einen verhungern, verfetten die anderen. Dieses Nord-Süd-Gefälle sollte mitbedacht werden, wenn wir von der Änderung unserer krankmachenden Lebensgewohnheiten sprechen. Vertriebskonzepte wie z.B. "fair trade" knüpfen an diesem Punkt an und werden daher vom GesundheitsForum empfohlen. Weniger ist mehr, weil es Ausgleich in zweifacher Hinsicht im genannten Sinne bedeutet. Bei Schlankheitsdiäten sind wir ja schließlich auch ohne weiteres bereit, für einen größeren Einsatz weniger zu bekommen, ohne daß wir dadurch aber einen übergreifenden Beitrag zu einer globalen Gerechtigkeit leisten würden.

Das GesundheitsForum wendet sich in seiner ethisch-ökologischen Grundlegung gegen den "unmenschlichen", entwürdigenden Umgang mit Tieren zur Erzeugung von Lebensmitteln für den Menschen wie z.B. in Hühnerfabriken, gegen die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und Lebenswelten - z.B. durch Monokulturen und Abholzung, die zum Aussterben von Lebensformen, Regenwald-Desaster und Klimakatastrophe führen -, was wir um des eigenen vermeintlichen "Wohlergehens" heute oftmals noch billigend in Kauf nehmen.

Was unsere Nahrungsmittel betrifft, ist also die Frage offen zu stellen, ob wir uns auf der Stufe unserer zivilisatorischen Entwicklung und der uns damit zur Verfügung stehenden Möglichkeiten den Raubbau an unserer Umwelt und die Mißachtung unserer Mitgeschöpfe künftig noch leisten dürfen, ob wir dies im vollen Bewußtsein der Fakten überhaupt noch wollten, wo doch für jeden, der hinschaut, offensichtlich ist, daß hier unsere Handlungen ihren Schatten auf uns zurückwerfen und uns selbst zu schädigen oder gar zerstören vermögen.

Eine Parteinahme gegen die Zerstörung unserer natürlichen Grundlagen und gegen den grausamen Umgang mit Tieren zur Nahrungsmittelproduktion sind Konstitutiv für einen den ganzen Menschen umfassenden Gesundheitsbegriff, der Menschlichkeit und damit die Menschheit als Summe der Mitmenschen einschließt.

Maßgebende neuere wissenschaftliche Erkenntnisse erhärten außerdem die These, daß eine (vorwiegend) vegetarische, fettarme, mäßig eiweißhaltige, jedoch kohlehydrat-, vitamin- und mineralstoffreiche Nahrung der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung ist. Das Gesundheitsforum sieht in einer (vorwiegend) vegetarischen Lebensweise zusammen mit dem ökologischen Anbau und Vertrieb von Lebensmitteln eine Grundhaltung, die viele Ernährungs- und Umweltprobleme bei der Wurzel packt.

Neben der Vermittlung dieser allgemeinen Grundsätze fördert das GesundheitsForum aber selbstverständlich auch konkrete Maßnahmen zur Prävention von Problemen und Erkrankungen als Folge von zuviel, defizitärer oder unausgewogener Nahrung.

 

3. UN-Abhängigkeit: Von der "Destruktiven Sucht" zum "Konstruktiven Genießen"

Wir Menschen erstreben über die Sicherung unseres Dasein hinaus auch ein gutes, genußvolles Leben. Die entscheidende Frage dabei ist, ob wir frei im Umgang mit Genußmitteln sind, oder ob deren Konsum zwanghaft wird. Insofern hat das Genußmittel einen ambivalenten Charakter: es ist unter bestimmten Bedingungen z.B. Qualitätsmangel oder Überdosierung gesundheitsschädlich. Eines der "Genußverhalten", die jedoch ohne Einschränkung als destruktiv zu beurteilen sind, ist das Rauchen. Es gilt auch um die Jahrtausendwende laut WHO noch als Verursacher Nummer eins der vermeidbaren, vorzeitigen Todesfälle in der westlichen Welt, die unermeßlichen Leiden, die von unzählbaren weiteren schwersten Erkrankungen ausgeht, nicht zu vergessen.

Die "legalisierte Droge" Nikotin steht in einem höchst widersprüchlichen gesellschaftlich-politischen Kontext. Die Beeinträchtigung der Gesundheit anderer durch Passivrauchen wird unter Verweis auf die "freie Entfaltung der Persönlichkeit" heute z.T. immer noch hingenommen und auch Staat und öffentliche Körperschaften befinden sich in einer zwiespältigen Situation: enorme Einnahmen durch die Tabaksteuer stehen steigende Kosten durch die Versorgung der "Opfer" des Rauchens gegenüber. Wir verwiesen dazu auf die schon weiter fortgeschrittene Diskussion und Praxis des Umgangs mit der Raucherproblematik z.B. in den USA.

Maßnahmen zur Vermeidung des Rauchens - besonders bei Jugendlichen -, die Therapie der Nikotinabhängigkeit, die Institutionalisierung von Anlaufstellen für "Entzugswillige", die Vernetzung von Hilfsmöglichkeiten und weiterführende Forschungsanliegen werden deshalb vom Gesundheitsforum in erster Präferenz gefördert. Dem vom Freiburger Raucher-Entwöhnungs-Projekt vorgelegte und nun dem GesundheitsForum zur Verfügung stehende psychologische Konzept kommt nicht zuletzt auf Grund seines Modellcharakters besondere Förderungswürdigkeit in dessen weiteren Forschungen und Verbreitung durch das Deutsche GesundheitsForum zu. Die im Rahmen diese Projekts entwickelten Programme und Modelle erhalten so, auch über die Raucherproblematik hinaus, für die Arbeit mit anderen Suchtproblemen eine wegweisende Bedeutung.

Das GesundheitsForum fördert Maßnahmen zur Aufklärung über Suchtgefahren und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken, zum Umgang mit Suchtproblemen sowie zur Hilfe bei Gesundheitsbeeinträchtigungen, die durch Sucht verursacht wurden.

 

4. Umgang mit schwierigen Lebenssituationen: Vom "Negativen Streß" zur "Schützenden Kompetenz"

"Negativer Streß" ist ein Vorgang der psychisch bedingten Aktivierung des Körpers, ohne daß entsprechende (Re-) Aktionsmuster wie z.B. Flucht oder Angriff ablaufen oder überhaupt erfolgen könnten: Energien stauen sich auf und wirken als solche negativ. Dies ist eine Mitgift unserer in die Naturprozesse und -Erfordernisse eingebundenen Vorfahren, die auf die Umstände unserer aus dem Natur-zusammenhang herausgefallenen Zivilisation nicht mehr passen.

Die Beteiligung von negativem Streß an einer Vielzahl von Krankheiten ist unbestritten. Typische Auslöser sind z.B. Umweltbedingungen (Lärm), physische Zustände (Schmerz), einschneidende Lebensereignisse (der Tod nahestehender Menschen), soziale Konflikte (Isolation, Mobbing) und streßerzeugende Gedanken. Negativer Streß ist häufig verknüpft mit psychosomatischen Mustern, da über den Körper keine "Entladung" der aufgestauten Energien stattfindet.

Bestimmte Kompetenzen sind hilfreich, um negativen Streß zu vermeiden und wirken schützend gegen potentiell streßauslösende Einflußfaktoren. Diese Kompetenzen zu erarbeiten, gilt das Hauptaugenmerk des GesundheitsForums in diesem Bereich. Streß- und Krisenbewältigung, Entspannungsmethoden, Trauerarbeit, Kommunikationstrainings sowie Hilfe bei der Lebensführung/-planung sind wichtige Komponenten der psychologischen Methoden, um vom "negativem Streß" zur "schützenden Kompetenz" zu gelangen. Diese Maßnahmen verstehen sich im Rahmen des GesundheitsForums ausdrücklich als solche, die den Menschen in der Integrität seines Daseins ansprechen, also seelische Gesundheit nicht auf die Vorstellung von "instrumenteller Verwertbarkeit" und "Humankapital" im Sinne von "fit for function" verkürzen.

Innere Ausgeglichenheit und Zufriedenheit hängen engstens damit zusammen, ob das eigene Handeln im Einklang mit den Bedingungen der Umwelt steht. Mitmenschlichkeit und Achtung der Mitgeschöpfe ist hier eine unhintergehbare Voraussetzung, ohne die Gesundheit in einem umfassenden Sinne nicht denkbar ist.

 

(e) Allgemeine Gesundheitsbildung: Der Weg zu einem gesunden Leben

In all den genannten Feldern hat die Anleitung zur Verhaltensänderung eine zentrale Bedeutung und die angerissenen Punkte spielen eine wichtige Rolle, will man den Gesundheitsbegriff umfassend beleuchten und Wege aufzeigen, die Gesundheit der Menschen umfassend zu fördern und zu schützen:

 

II. Die zentralen Aufgaben des GesundheitsForums

(a) Verbund der Organisationen zur Gesundheitsförderung

  1. Kooperation/ Austausch/ Verzeichnis aller kooperierenden Organisationen
  2. Fortbildungen für TherapeutInnen und KursleiterInnen
  3. Tagungen und Kongresse
  4. Qualitätssicherung (Qualitätssiegel für Mitgliedsorganisationen)

(b) Forschung auf dem Gebiete der Gesundheitsbildung:

  1. Entwicklung innovativer Ansätze für die Gesundheitsbildung und -pflege
  2. Prüfung des Wertes und Nutzens von neuen Methoden
  3. durch Untersuchungsreihen und Pilotprojekte

Das DGF initiiert neue Projekte der Gesundheitsvorsorge und kooperiert mit bzw. fördert schon bestehende Projekte.

(c) Aufklärung, Information: Öffentlichkeitsarbeit

  1. Übersicht über Angebote der Mitgliedsorganisationen zur Gesundheitsbildung (Liste aller Kooperationseinrichtungen und von diesen angebotenen Maßnahmen zur Gesundheitsbildung bundesweit)
  2. Informationsveranstaltungen und zentrale Kursangebote zur Gesundheitsproblematik
  3. Informationschriften, Broschüren und Buchpublikationen

Aufklärung und Information im Sinne des Forums erfolgt auf folgenden Ebenen:

 

III. Kontaktadresse:

Ulrich Mitschele
Rennweg 23
D-79106 Freiburg

Tel.: 0761 / 50 00 43
Fax: 0761 / 55 602 62

Siehe auch:

www.bewegungskunst.de

Artikel: "Verteidigung und Abwehr"


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